Pondicherry

Die ehemalige französische Kolonialstadt liegt auf halber Wegstrecke auf meinem Rückweg von Tharangambadi nach Chennai.  Bis 1954 war die Stadt Hauptstadt Französisch-Indiens. Den französischen Einfluss merkt man bis heute. Ein nettes Städtchen, kein Wunder, dass sich hier viele Touristen tummeln.

Sehr beliebt: die Breite Strandpromenade
Im französischen Viertel
das Wahrzeichen der Stadt
im Park

 

Eingang zum Sri Aurobindo Ashram, dem geistigen Väter von Auroville, einer bekannten indischen Stadtkommune
Statue von Ambedkar Manimandapam, dem ersten indischen Justizminister und einer der Architekten der Indischen Verfassung. Er stammt aus der Kaste der Unberührbaren, was ihn zeitlebens zum Kampf gegen soziale Ungerechtigkeit veranlasste
Sonnenuntergang über der Stadt

Mein erstes indisches Abenteuer – Taxifahren in Chennai

Mein erster Tag in Chennai. Vor eineinhalb Jahren war ich schon einmal in der viertgrößten Metropolregion Indiens. Zwei Wochen lang werde ich dieses Mal im Rahmen des Medienbotschafterprogramms der Bosch-Stiftung hier sein. Am Nachmittag treffen wir uns im Café  Amethyst. Eine wunderschöne Idylle inmitten der sonst lärmenden Stadt. Abends brauche ich ein Taxi, das mir unsere indische Programmkoordinatorin netterweise bestellt, weil ich noch keinen Internetzugang habe. „Mit Uber-Taxis zu fahren ist absolut sicher. Während du unterwegs bist, kann ich genau verfolgen, wo du bist.“ Willkommen in der indischen Taxiwelt. Dank der amerikanischen Taxi-App Uber und seinem indischen Pendant Ola, ist vor allem für Frauen das Taxi zu einem attraktiven Fortbewegungsmittel geworden. Denn mit Hilfe der App kann sowohl derjenige, der sich befördern lässt, als auch Freunde, Bekannte, die dazu eingeladen werden, nachvollziehen, wo man bzw. frau sich gerade aufhält. Also steige ich ein, ohne mir Gedanken zu machen. Das Ziel, der Supermarkt in der Nähe meiner Unterkunft. Von dort sind es zu Fuß nur noch wenige Meter. Nach einer Viertelstunde lässt mich der Taxifahrer vor einer OMR-Zentrale aussteigen. Ich bezahle, rufe meine Freundin an, bei der ich wohne. Noch bin ich mit der Gegend nicht vertraut. Sie bietet mir deshalb an, mich mit dem Roller abzuholen. Also warte ich. Fünf Minuten vergehen. Von meiner Freundin nichts zu sehen. Langsam macht sich ein Gedanke breit: stehe ich tatsächlich vor dem richtigen Supermarkt??? Um sicher zu gehen, hole ich mein Handy hervor, gebe im GPS meinen Standort ein. Noch habe ich keine indische SIM-Karte. Eine gefühlte halbe Ewigkeit vergeht bis Google-Maps sich öffnet und mir anzeigt, ich stehe zwar an einer der großen Ausfallstraßen Richtung Süden, aber meine Freunde wohnen an der anderen. Was tun? Wieder rufe ich meine Freundin an, versuche ihr zu beschreiben, wo ich stehe. „Am OMR-Markt gegen über des AKPG-Gebäude.“ Meine Freundin versucht meinen Standort zu lokalisieren und bietet mir an, ein Taxi zu rufen. Es ist acht Uhr abends, noch sind viele Menschen unterwegs, doch in der Millionenstadt komme ich mir verloren vor. Abends sollten Frauen nicht alleine unterwegs sein, hatte ich doch erst noch vor wenigen Tagen gelesen. Ich fühle mich nicht unsicher, nur einfach fremd und verloren. „Ich habe dir ein Taxi bestellt, es ist in 5 Minuten da und 5608 sind die letzten vier Zahlen auf dem Nummerschild“, höre ich meine Freundin sagen. Tatsächlich kommt ziemlich genau nach 5 Minuten ein Auto   angefahren, der Fahrer winkt mir freundlich zu. Bevor ich einsteige, schaue ich auf das Nummerschild. Die Zahlen stimmen. „Du brauchst dir keine Sorgen zu machen, ich kann die Fahrt am Handy verfolgen“, hatte mir meine Freundin noch zugerufen. Als ich ankomme, wartet meine Freundin bereits mit dem Handy in der Hand….

 

 

Frankfurt – Chennai oder wie die digitale Welt das Reisen verändert

“So du bist gelandet. Wir haben es auf Flight Radar verfolgen können. Ganz schön lange der Flug.“ Es ist drei Uhr morgens in Chennai.  Endlich bin ich angekommen.

Flug

Eigentlich sollte mein Flieger noch vor Mitternacht landen. Wenn alles gut geht, könnte ich gegen ein Uhr bei meinen Freunden sein, so war der Plan. Doch leider war nicht alles gut gegangen: in Frankfurt hatte die Maschine zuerst ein technisches Problem, dann funktionierte die Enteisung nicht ( warum die auch bei Plustemperaturen nötig ist, habe ich nicht verstanden), dann konnte eine Startbahn aufgrund der Windverhältnisse nicht genutzt werde. Kurzum, wir kommen erst mit einer guten Stunde Verspätung los. In Chennai angekommen, geben uns die Grenzbeamten auch erst nach einer ausführlichen Befragung den Stempel in den Paß. Inzwischen ist es in Chennai drei Uhr morgens, in Deutschland halb zwölf Uhr abends. Trotz meiner Müdigkeit will ich mich noch schnell ins Internet einloggen und Bescheid geben, dass ich gut angekommen bin. Nicht nötig, meine Freunde haben den Flugverlauf beobachtet. Ob sie auch gesehen haben, dass es hier zur mitternächtlichen Stunde noch „angenehme 29 Grad hat“, wie mir die Einheimischen bei der Ankunft sagen?

Willkommen auf meinem Blog!

Namaste und herzliche Willkommen auf meinem Indien-Blog. Hier werde ich über meine Begegnungen, Erlebnisse und Erfahrungen während meiner 90-tägigen Reise nach und durch Indien berichten. Aber ich will nicht nur erzählen, sondern auch was Neues ausprobieren. „Community Journalism“ heißt das Zauberwort. Was sich dahinter verbirgt? Mit dem Leser in Verbindung kommen. Wie? Schreibt mir eure Fragen: Was interessiert euch an Indien? Was wolltest du schon immer gerne wissen? Während meiner Reise werde ich versuchen Antworten zu finden. Ob mir das gelingt, kann ich nicht versprechen, aber ich kann’s versuchen. Die Antworten gibt’s dann hier zu lesen. Aber das sollte nicht alles sein: Es wäre schön mit meinen Lesern ins Gespräch zu kommen. Erste Fragen haben mich übrigens schon erreicht: „Hat das indische Kastensystem gesellschaftliche oder religiöse Ursprünge?“ und „Gibt es in Indien Graffitis an den Hauswänden?“ Ich werde mich auf Spurensuche begeben. Versprochen! Zu lesen gibt’s die Antwort bald hier.

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